Archiv für April 2011

Aufruf

Am 2. Februar wurde die L14 von einem brachialen Polizeiaufgebot geräumt. Gegen die Räumung kam es tagelang zu heftigen Protesten. Wo Menschen sich zusammen wehren, kommt es zwangsläufig zu Repression. Wo sich wirklich viele Menschen wehren, kommt es zu wirklich viel Repression.


Repressionsberichte

Aber was ist eigentlich Repression? Repression kommt vom lateinischen „repressio „(das Zurückdrängen) und wird synonym zu den Begriffen Unterdrücken und Hemmen verwendet.
„Repression“, „Unterdrückung“, das sind große, abstrakte Worte. Aber was macht es mit mir, was bedeutet es? Obwohl viel über Repression geredet wird, bleibt die Verarbeitung oft im Privaten. Dabei sind wir alle auf die eine oder andere Art von Repression betroffen, und sie beeinflusst uns (un)bewußt in unserem Privatleben. Jeder und Jede ist damit zunächst alleine. Um diese Einsamkeit und Ängste zu durchbrechen ist es wichtig, uns darüber auszutauschen. Gemeinsam ist es oft einfacher, Erlebtes zu verarbeiten und vielleicht sogar zusammen zu handeln.

Deshalb rufen wir dazu auf, eure Erfahrungen mit Repression aufzuschreiben.

Diese persönlichen Erfahrungen mit Repression wollen wir auf verschiedene Art verarbeiten und in die Öffentlichkeit tragen. Denkbar
wäre z.B. eine Broschüre, Plakate, Theater, Film…)

Sicherheitswarnung:
Berichte über Repression können gefährlich sein, sie können und werden gegen dich und andere verwendet werden!!!
Schreibt sie deshalb anonym, last alle konkreten Angaben zu Zeit, Ort und persönlichen Daten weg. Namen und Beschreibungen strafbarer Handlungen haben nichts in der Öffentlichkeit zu suchen!!!
Beschreibt, wie ihr euch gefühlt habt, was euch in den nächsten Tagen dazu durch den Kopf gegangen ist, was es mit euch gemacht hat. Schreibt nicht, was ihr genau wo getan habt, und ob ihr überhaupt irgendetwas strafbares gemacht habt.
Bevor mit diesen Texten irgendetwas öffentliches getan wir, werden wir nochmal drüberlesen. Verschickt eure Texte zur Sicherheit auf keinen Fall per Mail, sondern bringt sie uns persönlich vorbei. Ihr trefft uns jeden 1. Sonntag im Monat um 16.00Uhr im New York (Bethanien).

Geld

Wo sich wirklich viele Menschen wehren, kommt es zu wirklich viel Repression. Und neben allem anderen Übel kostet die auch wirklich viel Geld. Nach vorsichtigen Schätzungen kommen mindestens 120.000€ Repressionskosten für die Proteste gegen die Räumung der Liebig 14 auf uns zu. Das ist eine gewaltige Summe. Ca. 80 Leute wurden in diesen bewegten Tagen verhaftet. Diese haben jetzt damit zu kämpfen, das Erlebte zu verarbeiten und sich um die juristischen Konsequenzen zu kümmern. Darin können wir sie unterstützen, aber abnehmen können wir es ihnen nicht. Einige wurden verhaftet, gemeint waren aber alle Menschen, die sich mit den Protesten identifizieren können. Und an uns allen liegt es nun auch, die Kosten zu decken.

Auch wenn es abgedroschen klingt: Solidarität ist eine Waffe. Also zückt euer Portemonaie und zieht sie.

Wir rufen euch dazu auf, Geld zu spenden. Jede Summe hilft uns weiter.

Spendenkonto:

Netzwerk Selbsthilfe E.V.
Verwendungszweck:“Proteste L14″
Kto. 7403887018
BLZ: 100 900 00
Berliner Volksbank

Wenn ihr wenig Geld habt, hilft uns auch eure Zeit und Energie.
Organisiert Soliparties, sammelt Spenden oder lasst euch was kreatives einfallen, mit dem ihr Geld organisieren könnt.

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Ihr könnt uns aber schon erreichen unter: geSa@riseup.net